Joachim Gierlichs "Tag der Kinder" Hasankeyf, Südostanatolien 23. April 1987
Die Tradition des Kinderfests gibt es seit Atatürks Einrichtung eines Nationalen Feiertags am 23.April 1924
Petra Dachtler "Porträt von C" ehemaliger Staatsanwalt 2021 Ort anonym
anonym "Atatürk erklärt die lateinischen Buchstaben" Sivas 1928 (Titelbild der Zeitschrift "Illustration")
100 Jahre Türkische Republik
In Planung zur Finissage 10.11.2023 18 und 19 Uhr
Filmporträt „Ara Güler“ (im Gespräch mit Orhan Pamuk) DVD 38 Minuten von Osman Okkan 2016
40 Fotografien von Halil Altındere, Ergun Çağatay, Petra Dachtler, Joachim Gierlichs, Ara Güler, Beret Hamann, Andrea Künzig, Bernd Kuhlmey, Thomas Kummerow, Andrei Pungovschi, Claudia Wiens
Die dunkle Seite des türkischen Halbmonds genauer gesagt des Sichelmonds am Ende des Osmanischen Reichs wird nicht unerwähnt bleiben. Im Mittelpunkt steht die Gründung der Republik unter Atatürk am 29. Oktober 1923 und seine revolutionären Reformen.
Archivmaterial von Dr. Joachim Gierlichs mit einem Büchlein „Das Chalifat“ von 1926 verweist auf die Anfänge der Republik und die Abschaffung des Kalifats im März 1924. Ein Bild der Moschee Hagia Sophia aus den 30er Jahren ist bemerkenswert, da sie 1935 von Atatürk die Funktion eines Museums erhielt. Heute ist sie wieder eine Moschee! Ara Güler wird als „das Auge Istanbuls“ bezeichnet und seine stimmungsvollen Ansichten zeigen uns das Alltagsleben der einfachen Leute Ende der 50er Jahre. 1961 wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen unterzeichnet und brachte die benötigten Arbeitskräfte nach Westdeutschland. Türkische Gastarbeiter und ihre Nachkommen in Berlin, Hamburg und im Ruhrgebiet hat Ergun Çağatay in seiner Serie „Wir sind von hier“ 1990 porträtiert. Zu diesem Konvolut gehören über 3000 Motive. Wir zeigen zwei Fotografien aus Berlin. Einen Blick auf die Grenze in Nikosia und damit auf den ungelösten Zypernkonflikt hat Bernd Kuhlmey riskiert. Sein Imbiss “Checkpoint Charlie“ stammt von dort. Die rasanten gesellschafts-politischen Veränderungen - von Allah über Atatürk zum Aufstieg der AKP beobachten wir alle mit Besorgnis. Andrea Künzig hat von 2009 bis 2014 in Istanbul gelebt. Sie nennt ihre Bildauswahl „Türkisches Kaleidoskop“ und durch ein solches können wir ihre Motive betrachten. Claudia Wiens hat sich von 2009 bis 2015 in der Türkei aufgehalten. Durch sie erhalten wir wortwörtlich tiefe Einblicke in das ehrgeizige „Marmaray“ Tunnelprojekt, initiiert von Erdoğan. Er ist seit 2014 Präsident. Auch Thomas Kummerow und Beret Hamann (Stipendium durch das MWFK im Herbst 2015) konnten das Nebeneinander von Moderne und zunehmend islamischer Tendenzen aus der Nähe verfolgen. Strenggläubige Muslime prägen ganze Stadtviertel und die Tatsache, dass aus der Hagia Sophia seit 2020 wieder eine Moschee wurde spricht Bände. Thomas Kummerow hat den Gentrifizierungs-prozess des alten Sulukule-Viertels innerhalb der theodosianischen Stadtmauer beobachtet, in dem seit Jahrhunderten Roma und Sinti wohnten und das gnadenlos abgerissen wurde. Die Gezi-Park-Proteste im Juni 2013 stehen bei dem rumänischen Fotojournalisten Andrei Pungovschi im Vordergrund. Was als friedliche Demonstration gegen die Bebauung des Gezi-Parks begann endete in Gewalt. Pungovschi ist ausgebildeter Fotojournalist mit B.A. an der Uni Bukarest und hatte ein Fulbright Stipendium an der Universität von Missouri. 2016 führte ein gescheiterter Putsch zu Verhaftungen vieler unschuldiger Menschen. Als politische Flüchtlinge konnten einige rechtzeitig über den türkisch-griechischen Grenzfluß Meriç nach Deutschland gelangen. Petra Dachtler hat sechs Familien in ihrer neuen Heimat besucht. „Fluchtpunkte“ nennt sie ihre Reportage. Sie beschreibt das schwankende Stimmungsbild der Neuankömmlinge zwischen Dankbarkeit, Erleichterung, Heimweh, Verlorenheit, Optimismus, Zuversicht aber auch Enttäuschungen. Im Februar 2023 erschütterte ein schweres Erdbeben Südostanatolien. Ein kritischer Geowissenschaftler wurde erstmal verhaftet. Dabei braucht die Türkei genau diese kompetenten Fachleute, weil ein größeres Erdbeben für 2026 in der Region Istanbul vorausgesagt wird. Soll man die Türkei lieben oder sie verlassen fragt Halil Altındere mit seinem groß-formatigen Foto eines Wandbildes „Ya sev – ya terket“. Dr. Angelika Euchner September/Oktober 2023
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Alle Fotografen und Wissenschaftler sind verstreut auf unserem Planeten zwischen Abu Dhabi, Berlin, Bukarest, Istanbul, Madrid, Potsdam, Prag und Sevilla.
30. September bis 10. November 2023
Mi – Fr 15 -19 Uhr und Sa 12-16 Uhr und gerne nach Vereinbarung
Freitag, 6. Oktober 2023 um 19 Uhr
Vortrag: Professor Dr. Udo Steinbach
„Wie steht es um Atatürks Erbe? Eintritt 5,-€
